Die Partner des Netzwerks der Fachinstitute
Dokumentation der IBA zum Download

Die IBA in Kürze Die IBA ist ein Netzwerk aus sechs regionalen Fachinstituten der Großregion. Seine Koordination und das ständige Sekretariat sind im INFO-Institut in Saarbrücken angesiedelt. Kernthemen der IBA sind soziale und arbeitsmarktrelevante Entwicklungen in der Großregion. Die IBA wurde 1998 auf dem 4. Gipfel der Großregion ins Leben gerufen und im Jahr 2000 weiter konkretisiert.
Aufgabe und Struktur
Die IBA ist beauftragt, für die politisch Verantwortlichen der Großregion arbeitsmarktrelevante Informationen in vergleichbarer- und interpretierbarer Weise aufzubereiten, um struktur- und arbeitsmarktpolitische Schlussfolgerungen für die Großregion ableiten zu können. Damit bildet die IBA ein grenzüberschreitendes Diagnosesystem für sozioökonomische Entwicklungen und leistet Unterstützung für Arbeitsmarktakteure und politische Entscheidungsträger in der Großregion.
Die Aufgabenfelder der IBA erstrecken sich über die Bereiche "Arbeitsmarktstatistik" und "Arbeitsmarktanalyse", wobei die genaue Aufgabenstellung über den Gipfel der Großregion bzw. mittels eines Lenkungsausschusses erfolgt. Im Bereich der "Arbeitsmarktstatistik" leisten die statistischen Ämter der Großregion wichtige Beiträge, für die "Arbeitsmarktanalyse" arbeiten die Fachinstitute unter Federführung des INFO-Instituts und in enger Absprache mit dem Lenkungsausschuss zusammen. Das ständige Sekretariat des Netzwerks ist im INFO-Institut in Saarbrücken angesiedelt.
Der Lenkungsausschuss
Die IBA untersteht einem interregionalen Lenkungsausschuss. Damit begleiten ein Vertreter der Exekutive pro Teilregion, drei Vertreter des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion und ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Statistischen Ämter der Großregion die Netzwerkarbeit. Sie legen in Absprache mit den politisch Verantwortlichen der Großregion die Arbeitsschwerpunkte fest.
Kurzporträt der kooperierenden Fachinstitute
Das INFO-Institut ist ein Beratungs- und Forschungsinstitut an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Es befasst sich neben Fragen zur Unternehmenspolitik und Organisationsentwicklung mit Arbeitsmarkt- und Regionalforschung. Aktivitäten der Regionalentwicklung bleiben dabei nicht national begrenzt, sie zielen auf die Großregion und damit auf eine europäische Dimension ab.
Das Quellen- und Dokumentationszentrum EURES Luxemburg entstand aus einer Partnerschaft zwischen ADEM (der luxemburgischen Arbeitsverwaltung) und dem öffentlichen luxemburgischen Forschungszentrum CEPS/INSTEAD. Seine wesentlichen Aufgaben bestehen in der Information über die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Großherzogtum Luxemburg sowie, in Zusammenarbeit mit der IBA, der Analyse des Arbeitsmarktes der Großregion.
OREFQ (Regionale Beobachtungsstelle für Beschäftigung, Bildung und Qualifikation in Lothringen) wurde als öffentliche Interessengemeinschaft im Juni 1992 auf beidseitigem Wunsch des Staates und der Region gegründet. Es hat die Aufgabe, besonders die Entwicklung im Beschäftigungs- und Bildungssektor sowie der Qualifikationsanforderungen in Lothringen zu beobachten, um der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik neue Impulse zu geben.
Das Quellen- und Dokumentationszentrum der EURES Grenzregionen in Lothringen, das vom Regionalrat Lothringen und der Europäischen Kommission unterstützt wird, hat die Aufgabe, Beschäftigte und Unternehmen über die grenzüberschreitende Mobilität in der Großregion zu informieren, sich an der Entwicklung von Beschäftigungsperspektiven zu beteiligen sowie die Förderung von grenzüberschreitender Aus- und Weiterbildung zu unterstützen. Das CRD EURES Lothringen bildet, zusammen mit seinem Netzwerk an Experten, einen Quellen- und Dokumentenpool, der der Öffentlichkeit zur Verfügung steht und über die Webseite Zugang zu den Informationen ermöglicht.
Aufgabe der Arbeitsmarktbeobachtungsstelle Ostbelgiens (ABEO) ist die ständige Beobachtung des Arbeits- und Beschäftigungsmarktes sowie der sozio-ökonomischen Bedingungen in Ostbelgien und den angrenzenden Gemeinden im Auftrag des Wirtschafts- und Sozialrats der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Hierfür erfasst sie systematisch alle relevanten Strukturdaten und Entwicklungen mit dem Ziel, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern Informationen zur Verfügung zu stellen. ABEO veröffentlicht regelmäßig detaillierte Berichte in ausgesuchten Themenfeldern.
Das im Jahre 1998 gegründete Institut IWEPS erstellt Wirtschaftsindikatoren, die die Funktionsweise des Arbeitsmarktes aufzeigen, führt Zukunftsanalysen durch, die eine Prognose der notwendigen Arbeitskräfte und Qualifikationskategorien ermöglichen und erarbeitet Maßnahmen, die die Beschäftigungsentwicklung und die Reduzierung der Arbeitslosigkeit beeinflussen. Die öffentliche Verbreitung dieser bearbeiteten Informationen erfolgt über diverse Publikationen.
Die Entwicklung des Netzwerks - Gründung
Die Entwicklung der Zusammenarbeit beginnt im Jahr 1998. Während die Einrichtung der IBA auf dem 4. Gipfel der Großregion grundsätzlich beschlossen und auf dem 5. Gipfel im Jahr 2000 weiter konkretisiert wurde, nahm das Netzwerk im Jahr 2001 mit der Erstellung des ersten Berichts zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion seine Arbeit auf. - Konsolidierung
Die Unterstützung des interregionalen Lenkungsausschusses stabilisierte die Zusammenarbeit der Fachinstitute. Anknüpfend an die Erfahrungen des ersten Berichts (2001) wurde der zweite Bericht anlässlich des 7. Gipfels im Jahr 2003 erfolgreich aktualisiert und erweitert. Im Folgejahr gewannen die Strukturen im Rahmen der IBA mit der internen Geschäftsordnung zunehmend verbindlichen Charakter.
- Verstetigung
Im Jahr 2004 startete die IBA ihr 3-jähriges Gesamtvorhaben (2004-2006) zur Zukunftsanalyse des Arbeitsmarkts in der Großregion im Rahmen von Interreg IIIC, e-BIRD, das sich in drei Teilprojekte untergliedert. Gleichzeitig legte das Netzwerk seinen dritten Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion dem 8. Gipfel vor, der die Kooperation der Fachinstitute als beispielhaft bezeichnete. Nicht zuletzt stabilisiert die internetbasierte Quellen- und Literaturdatenbank die Netzwerkstruktur, in die alle Partner Publikationen der behandelten Themenfelder einstellen. Damit bündeln sie zentral regionales Wissen, das dem Netzwerk für die gemeinsame Arbeit dezentral zur Verfügung steht.
Die Zusammenarbeit der Partner
Kennzeichnend für die Arbeitsweise der IBA ist die Zusammenarbeit im Netzwerk. Alle Mitglieder leisten hierzu ihre Beiträge entsprechend ihrer jeweiligen regionalen und inhaltlichen Kompetenz. Die spezifische Kenntnis der regionalen Handlungsfelder ermöglicht, die jeweilige Ausgangslage und die gegebenen Problemfelder der gemeinsamen Themen zielgenau zu erfassen und tragfähige Handlungsansätze zu entwickeln. Die Kooperation der Fachinstitute führt zu einem interregionalen Mehrwert auf der Grundlage ihrer unterschiedlichen Kompetenzen und Ressourcen. Eine besondere Rolle kommt dabei dem INFO-Institut zu, das diese Form der dynamischen Zusammenarbeit animiert, strukturiert und den Informationsfluss zwischen den Partnern sicherstellt. Schließlich bildet die dezentrale Quellen- und Literaturdatenbank des Netzwerks ein wichtiges Instrument für die erfolgreiche Kooperation.
Die ständige Berichterstattung zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion
Trotz verschiedener Standardisierungen im europäischen Maßstab ist die Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit statistischer Angaben über die Teilräume der Großregion nur eingeschränkt gewährleistet. Die IBA trägt den jeweiligen nationalen Unterschieden in der amtlichen Statistik durch die Berücksichtung der zugrunde liegenden Methoden und Definitionen in ihrer Strukturberichterstattung Rechnung.
Der dritte Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde dem 8. Gipfel im Jahr 2005 präsentiert. Neben der fortentwickelten Strukturberichterstattung wurde das Schwerpunktthema "Grenzgängerwesen in der Großregion" anhand der Projektergebnisse im Rahmen von Interreg IIIC, RRM e-BIRD weitgehend erweitert. Qualitative Aspekte der grenzüberschreitenden Arbeitsmarktentwicklung sollen auch in Zukunft verstärkt einbezogen werden.
Der zweite Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde anlässlich des 7. Gipfels der Großregion im Jahr 2003 vorgelegt. Er baut auf den ersten Bericht auf und wurde um Schwerpunktthemen ergänzt. Sie betreffen demografische Entwicklungen, die Frauenerwerbstätigkeit und die Grenzgängersituation in der Großregion. Der Bericht integriert zusätzlich qualitative Informationen, um zu einer vertiefenden Analyse der Arbeitsmarktsituation zu gelangen.
Der erste Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion wurde im September 2001 vorgelegt. Er beschreibt und analysiert die Bevölkerungsentwicklung, die Erwerbs- und Arbeitslosenquoten sowie die Beschäftigung nach Wirtschaftssektoren und das Grenzgängerwesen in den Teilräumen der Großregion.
Das Gesamtvorhaben "Stand, Perspektiven und Handlungserfordernisse des Arbeitsmarkts in der Großregion bis 2020"
Ausgehend von den laufenden Arbeiten führt die IBA im Rahmen von Interreg IIIC, RRM e-BIRD eine Projektserie zu den Entwicklungsperspektiven des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes in der Großregion durch. Das Gesamtvorhaben (2004-2006) besteht aus drei Einzelprojekten:
- Projekt „Grenzgänger und grenzüberschreitender Arbeitsmarkt der Großregion“ (2004-2005)
Etwa 25 % der Grenzgänger in Europa leben und arbeiten in der Großregion und ihre Zahl wächst seit 20 Jahren kontinuierlich an. Die Verflechtungen der Teilarbeitsmärkte bewirken wechselseitige Abhängigkeiten, deren wirtschaftliche, soziale und strukturelle Dimensionen in den Teilregionen näher untersucht werden müssen. Im Projekt „Grenzgänger und grenzüberschreitender Arbeitsmarkt der Großregion“ wurde das Grenzgängerwesen unter bestimmten Schwerpunktsetzungen analysiert und die Vielgestaltigkeit des Grenzgängerphänomens berücksichtigt. Die Projektergebnisse sind im Themenheft "Grenzgänger und grenzüberschreitender Arbeitsmarkt in der Großregion" dokumentiert.
- Projekt „Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt der Großregion“ (2005-2006)
Sinkende Geburtenraten bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung führen zur Verschiebung der Altersstrukturen: Der Anteil der Älteren wächst kontinuierlich, während immer weniger jüngere Erwerbsfähige dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehen werden. Die Folge: Alternde Belegschaften und Engpässe bei der Rekrutierung des betrieblichen Nachwuchses. Im Gegensatz zu anderen Regionen der EU verfügt die Großregion aber über Arbeitskräftepotenziale in drei Bevölkerungssegmenten: Jugendliche, Frauen mittleren Alters und ältere Beschäftigte. Diese Arbeitskräftereserven gilt es für die Großregion zu mobilisieren und für einen integrierten Arbeitsmarkt im Sinne der wechselseitigen Ergänzung zu nutzen. Mit diesem Ziel werden für die genannten Zielgruppen im Projekt „Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt der Großregion“ vertiefende Analysen vorgenommen und entsprechende Handlungsansätze entwickelt.
- Projekt „Perspektiven des Arbeitsmarktes in der Großregion bis 2020“ (2006)
Der Trend zur Überalterung und das Schrumpfen des Erwerbspersonenpotentials sind selbst bei starkem Anstieg der Geburtenraten in den kommenden Jahren kaum abzuwenden. Für eine mittelfristige Stabilisierung der Erwerbsbevölkerung in der Großregion bieten sich alternativ eine aktive Zuwanderungspolitik sowie die Mobilisierung von Beschäftigungs- und Qualifikationsreserven in den Teilregionen an. Welche Maßnahmen hierfür zu ergreifen sind und wie diese beschaffen sein sollten, ist Gegenstand des Projekts „Perspektiven des Arbeitsmarktes in der Großregion bis 2020“. In diesem Teilprojekt werden die Analysen und Ergebnisse der vorangegangenen Projekte zusammengeführt und mit dem Ziel fortentwickelt, Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Beschäftigungs- und Bildungspolitik in der Großregion abzuleiten.
Veranstaltungen
- Werkstattgespräch "Grenzgänger"
Sind wir auf dem Weg in eine integrierte Arbeits- und Lebenswelt? Diese Frage diskutierten die Gäste des Werkstattgesprächs der IBA am 17. Februar 2005 im saarländischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit. Im Mittelpunkt standen die über 160.000 Grenzgänger in der Großregion.
- Fachkonferenz zur Arbeitnehmermobilität in der Großregion
Die Partner des EURES- und IBA-Netzwerks stellten am 14. und 15.3.05 mit weiteren Akteuren des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes ihre Arbeiten zur grenzüberschreitenden Beschäftigung vor. Die Fachkonferenz stand unter dem Thema "Sozioökonomische Dimensionen grenzüberschreitender Arbeitnehmermobilität" und empfing ca. 150 Gäste.
Veranstaltungsdokumentation
- Werkstattgespräch "Arbeitsmarkt in der Großregion und die Herausforderungen des demographischen Wandels"
Im Januar 2006 setzte die IBA ihre Reihe der Werkstattgespräche mit einer Veranstaltung zu den Herausforderungen und Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt in der Großregion fort. Experten der Teilregionen unterstrichen den tief greifenden Wandel von Beschäftigung und Arbeitsmarkt angesichts des anhaltenden Bevölkerungsrückgangs im Kooperationsraum. Die Ergebnisse des interregionalen Dialogs sind in der ausführlichen Veranstaltungsdokumentation nachzulesen.
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