GeoConnectGR: Europas Grenzen verbinden – ein Plädoyer

GeoConnectGR ist eines von zehn Projekten, das innovative Lösungen an den EU-Binnengrenzen vorschlägt. Dieses Projekt der Großregion zeigt, dass für eine nahtlose Kartografie für die gesamte EU eine starke Kooperation von Bedeutung ist.

Im Projekt GeoConnectGR konnte eine Datenbank mit Vektordaten im großen Maßstab für die Gewässernetze der Großregion erstellt werden. Die Verbindungen an den Grenzen wurden teils manuell angepasst, in anderen Fällen konnte die Anpassung halbautomatisch oder auch vollautomatisch erfolgen. Damit die Daten auch den Anforderungen der EU-Richtlinie INSPIRE entsprechen, wurden sie umgewandelt und harmonisiert. Hierfür wurde zum ersten Mal die Technik von Core Reference Data operativ angewandt.  Im Rahmen des Projekts wurde auch eine Vereinbarung beschlossen, die die Nutzung der Daten für nicht kommerzielle Zwecke unter Angabe der Quelle erlaubt. Die Daten können auf dem Geoportal der Großregion heruntergeladen und gesichtet werden.

Die Projektergebnisse wurden im Ministerium für Raumordnung Luxemburg am 8. November 2019 auf der Tagung „Inspire, von der Theorie zur Praxis“ vorgestellt. Dieses durch den Projektaufruf b-solutions geförderte Projekt  beschäftigte sich mit der Fragestellung der Verbindung von Geo- und Kartendaten an den Grenzen. Träger des Projektes ist der EVTZ Gipfelsekretariat der Großregion in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Kataster und Kartografie des Gipfels der Großregion und dem Geografischen Informationssystem der Großregion (GIS-GR).

Die Experten beleuchteten den aktuellen Umsetzungsstand der INSPIRE-Richtlinie, die am 15. Mai 2007 in Kraft getreten ist und die auf europäischer Ebene den Rahmen für den Austausch bestehender Geodaten vorgibt. GeoConnectGR ist sicherlich ein Projekt mit innovativen Lösungsansätzen, das in anderen Kooperationsräumen Europas repliziert werden könnte, dennoch hat der Austausch gezeigt, dass der Weg lang ist, bis die Ergebnisse auch den Anforderungen der Endnutzer gerecht werden. Für eine nahtlose Kartografie für Europa müssten Koordinierung und Integration noch viel stärker sein als in diesem Projekt.  Die Partner plädierten für die Gründung einer europäischen Geoinformationsagentur und befürworteten die Umsetzung des neuen Instruments für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ECBM (European Cross-Border Mecanism). Dieses wird aktuell von den EU-Mitgliedstaaten beraten.

Am selben Tag stellte die saarländische Gipfelpräsidentschaft ihre Schwerpunkte vor. Außerdem wurde die Arbeit der Arbeitsgruppe Kataster und Kartografie sowie die Ausgabe 2020 des Kalenders der Großregion „Architektur und besondere Bauwerke“ präsentiert.