Die Telearbeit als Schwerpunkt der Konferenz am 1. Juni 2017

Wird die Telearbeit nicht nur Fiktion bleiben, sondern langfristig zur Realität werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Konferenz, die am 1. Juni in der Chambre de Commerce in Luxemburg stattfand.

Das Institut der Großregion und die Chambre de Commerce des Großherzogtums Luxemburg organisierten in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung IDEA, SOLEP und dem Wirtschafts- und Sozialausschuss der Großregion diese Konferenz. Viele Persönlichkeiten darunter auch die Ministerin für die Großregionen Corinne Cahen nahmen daran teil.

Diese Konferenz folgte auf eine erste Veranstaltung, die letzten November unter dem Titel „Entre reflet et vision quo vadis Grande Région?“ organisiert wurde. Im Mittelpunkt standen zukünftige Herausforderungen des grenzüberschreitenden Wirtschaftsraums. Gemeinsame strategische Schwerpunkte zu wichtigen Wirtschaftsthemen der grenzüberschreitenden Kooperation in der Großregion konnten daraus mitgenommen werden.

Auf dem Podium waren Politik, Wirtschaft und Unternehmertum vertreten. Meinungen  und Visionen über die Politik der grenzüberschreitenden Kooperation wurden ausgetauscht und verschiedene mögliche Szenarien und Konfigurationen für eine bessere grenzüberschreitende Integration der Gebiete im Interesse von Unternehmern und Bürgern der Großregion durchdacht.

Die Telearbeit wurde in all ihren Facetten behandelt, darunter auch die sozialen und technologischen Auswirkungen sowie neue Instrumente. Verhalten und Praxis am Arbeitsplatz, Flexibilität, Teledisponibilität, Produktivität, Lebensqualität, Gemeinschaftsbüros, Telezentren, Coworking, professionelles Nomadentum, Heimarbeit und auch steuerliche Fragen wurden angesprochen.

Die Großregion zählt 11,5 Millionen Einwohner, 400 000 Unternehmen und ungefähr 220 000 Grenzgänger, die jeden Tag die Grenzen überqueren, um einzukaufen, zu arbeiten oder auch um Geschäftspartner zu finden. Mit ihren sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten ist sie der größte grenzüberschreitende Arbeitsmarkt in der Europäischen Union. Carlo Thelen, der Generaldirektor der Chambre de Commerce sprach in seiner Willkommensansprache von der dritten industriellen Revolution der Industrie 4.0, der Digitalisierung der Wirtschaft und der damit einhergehenden neuen Formen der Arbeitsorganisation mit allen Risiken und Möglichkeiten die dies beinhaltet sowie von flexiblen Arbeitszeiten und neuen Modellen, denen mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse. Durch konkrete Pilotprojekte kann dieser Mikrokosmos in eine Modellregion verwandelt werden, von der sich andere grenzüberschreitende europäische Räume inspirieren lassen können. Sollte es schwierig sein, Ergebnisse in allen fünf Regionen zu erzielen, sollte der Abschluss von Abkommen zwischen zwei oder mehreren Teilregionen nicht ausgeschlossen werden. Carlo Thelen verweist auch auf die Rede zur Lage der Nation des luxemburgischen Premierministers Xavier Bettel. Dieser betonte ebenfalls, dass nach und nach konkrete Initiativen geboren werden. Vor kurzem richtete das Arbeitsministerium eine Arbeitsgruppe Grenzüberschreitende Telearbeit ein. Zahlreiche Coworking-Modelle werden aktuell geprüft.